Am 9. Abdominalsegment befinden sich die sogenannte Klauengrube (recept. harp.) und 2 flügelartig geformte Skleritspangen (lob. dors. und lob. ventr.), die während der Kopula als Einhakvorrichtung für das Genitale des Männchens dienen. Diese Elemente sind für die Bestimmung der Weibchen von ausschlagebender Bedeutung. Obwohl die Merkmalsausprägungen bei lateraler Betrachtung mit einiger Erfahrung problemlos an unpräparierten Tieren erkannt werden können, ist dennoch die Mazeration mit 10%iger Kalilauge und eine leichte Aufhellung des Genitales durch Einlegen in Glycerin zu empfehlen, weil dadurch innere Strukturen der Klauengrube besser sichtbar sind. Dies gilt in besonderem Maße für den Dorsalaspekt.
Die morphologischen Genitalmerkmale lassen sich nur schwer mit Worten beschreiben, so dass der nachfolgende Bestimmungsschlüssel lediglich eine Groborientierung bietet. Mehr noch als bei der Bestimmung der Männchen ist auf die Abbildungen zurückzugreifen.
 

1

Recept. harp. und foram. recept. harp. winzig klein; lob. ventr. dunkel und nach unten hin konkav eingezogen

angustipennis

-

Recept. harp. groß, oft ± glockenförmig und/oder mit mehreren “Kammern”.

--> 2

2

Marg. dors. foram. beborstet; lob. ventr. foram. sehr klein, dreieckig

silfvenii

-

Marg. dors. foram. ohne Borsten

--> 3

3

Lob. ventr. dreieckig,, zugespitzt und vornehmlich dunkel gefärbt, Hinterwinkel des lob. ventr. kleiner 70°

bulgaromanorum

-

Lob. ventr. dreieckig, zugespitzt und sehr dunkel gefärbt, Hinterwinkel des lob. ventr. größer 70°, häufig etwa 90°

botosaneanui

-

Lob. ventr. in der dorsalen Hälfte am breitesten, mit stumpfem, leicht dorso-lateral gerichtem Zipfel

--> 4

-

Lob. ventr. halbmondförmig, im Mittelteil am breitesten, ventrad und dorsad ± gleichmäßig schmaler werdend

--> 8

4

Lob. ventr. kurz und stumpf-eckig; recept. harp. halbmondförmig, marg. dors. foram. weit und flach konkav

tobiasi (+)

-

Recept. harp. glockenförmig oder unregelmäßig, foram. recept. harp mit kleiner proximaler Skleritleiste oder Zahn

--> 5

5

Lob. dors mit rechteckigem Umriss, Ecken kaum abgerundet; canal. recept. harp. zwischen lob. dors. und lob. ventr. offen; recept. harp. glockenförmig; distale Begrenzung des canal. recept. harp. zieht sich bis zur Mitte des lob. dors. oder nur wenig darüber hinaus

contubernalis

-

Lob. dors mit rechteckigem Umriss, Ecken aber deutlich abgerundet; canal. recept. harp. zwischen lob. dors. und lob. ventr. deutlich verschmälert und gelegentlich verdeckt; recept. harp. halbkugelförmig; distale Begrenzung des canal. recept. harp. verläuft bis zur ventrodistalen Ecke des lob. dors.

contub.  masovica

-

Lob.dors. deutlich gerundet

--> 6

6

Lob. dors. schmal und tropfenförmig herablaufend, lob. ventr. distal zugespitzt;

ornatula

-

lob. dors. breit gerundet oder dreieckig im Umriss

--> 7

7

Lob. ventr. dreieckig, distal gerundet auslaufend; foram. recept. harp. mit schmaler proximaler Skleritleiste; helle Tiere

exocellata

-

Lob. ventr. schmal, distal in einen gerundeten Zipfel auslaufend; foram. recept. harp. mit pilzförmigem Umriss

guttata

-

Lob. dors. breit, gerundet, lob. ventr. distal abgerundet; foram. recept. harp mit proximaler Skleritleiste, die in einen deutlichen Zahn ausläuft

modesta

8

Membran des Vorderflügels (Vfl.) hell, lebhaft gezeichnet, mit deutlicher Bänderung entlang A1+2+3 und Cu 1 und breitem dunklem Band im Apex

--> 9

-

Flügelmembran ohne lebhafte Fleckenzeichnung

--> 10

9

Dunkler Fleck in G1 des Vfl. kräftig; galer. dors. IX nur halb so breit wie der Abstand zwischen den lob. ventr.; foram. recept. harp. pilzförmig oder schlüssellochförmig, kleine, oft helle ”Nebengrube” am proximalen Randbereich der marg. dors. foram.; lob. dors. breit dreieckig, das ventrale Ende läuft unter den großen lob. ventr.; galer. dors. IX länger als breit; Zangengruben ragen tief in das IX. Segment hinein (nur bei mazeriertem Material gut sichtbar)

siltalai

-

Dunkler Fleck in G1 des Vfl. nicht immer oder nur schwach vorhanden; galer. dors. IX breiter als der halbe Abstand zwischen den lob. ventr.; recept. harp. ringförmig; lob. dors. dreieckig, zierlich, läuft mit dem ventralen Ende meist nicht unter den lob. ventr.; galer. dors. IX breiter als lang; Zangengruben ragen nur wenig nach innen in das IX. Segment (nur bei mazeriertem Material gut sichtbar)

instabilis

10

Recept. harp. klein und eng; canal. recept. harp. weit nach ventrad herablaufend und in ein dunkles Band endend; lob. dors. im Vergleich zum lob. ventr. winzig; Flügelmembran kräftig braun, behaart, ohne Zeichnung

fulvipes

-

Recept. harp. glockenförmig; canal. recept. harp. breit und flach; Fleck in Gabel 1 des Vorderflügels deutlich ausgeprägt; Flügelmembran hell und nicht gefleckt

bulbifera

-

Recept. harp. schmal, keulenförmig; gedachte Längslinie durch die Klauengrube und den canal. recept.harp. verläuft vor dem lob.ventr. oder schneidet ihn proximal; Fleck in Gabel 1 des Vorderflügels meist deutlich ausgeprägt

pellucidula

-

Foram. recept. harp. ± halbelliptisch gebogen; gedachte Längslinie durch die Klauengrube und den canal. recept. harp. verläuft hinter dem lob. ventr. oder schneidet ihn distal; Fleck in Gabel 1 des Vorderflügels undeutlich ausgeprägt, oft fehlend

incognita

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Foram. recept. harp. breit in den canal. recept. harp. auslaufend; lob. dors. schmal, ventrad tropfenförmig erweitert

tenuis

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Foram. recept. harp. mit unregelmäßigem, + x-förmigem Umriss; ventrale Kante des lob. dors. und dorsale Kante des lob. ventr. nähern sich an

saxonica

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Foram. recept. harp. mit unregelmäßigem Umriss, nach ventral erweitert; proximale Skleritleiste endet in einem deutlichen Zahn; ventrale Kante des lob. dors. und dorsale Kante des lob. ventr. laufen distad auseinander

dinarica